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Marie lächelte, ſo war es, als ob ein Engel ſchalk⸗ haft hervorlauſche, und öffnete ſie den Mund zu ſanfter, holdklingender Rede, ſo legten ſich ihre Worte wie ein ſtiller Segen an das Herz des Hörers.
Das fromme Mädchen hatte mit ſeiner Mutter zum letztenmale das Grab des Vaters beſucht. Lange hatten die beiden Frauen an dem theuern, mit Liebe und Sorgfalt gepflegten Hügel geſeſſen, auf welchem Balſaminen, Roſen und Leokoyen freundlich blühten. Ein geliebtes Herz ſchlummerte unter dieſer blühenden Grabesdecke. O, himmliſcher Vater, wie viel Pfänder hat die Liebe nun ſchon Deiner Erde anvertraut und mit ihren Thränen beſeuchtet, alles in der Hoffnung, daß Du ſie einſt einlöſen werdeſt. Ja, Du wirſt ſie einlöſen, dieſe Pfänder; Du haſt es verheißen durch Deinen eingebornen Sohn, welcher da iſt die Wahr⸗ heit und das Leben!
Der Abend war mild und ſchön. Ein Nach⸗ mittagsgewitter hatte die Auen erquickt. Wald und Wieſen dufteten. Von den Ranken tropften klare Per⸗ len; in den Augen der Blumen blitzten Diamanten und die Sonne ſtand wie eine ſcheidende Königin am Abendhimmel.
Sabbathſtille ruhte über der friedlichen Land⸗
ſchaft.—


