—
Müllersdorf mit einem Anfluge chevalesker Schwär⸗ merei.„Die Comteſſe reiſ't nach M., und bleibt
wahrſcheinlich mehre Tage dort,“ wandte er ſich
an ſeinen Geſellſchafter.
„Gottlob!“ holte Reinecke tief Athem;„ich vefürchtete ſchon, Sie würden für alle diploma⸗ tiſche Verhandlungen unfähig werden und ſich in die Gräfin verlieben. Alle Anſtalten dazu haben Sie ſchon gemacht. So wenig ich nun auch die Liebe tadle; denn ſie iſt wegen Erhaltung des Menſchengeſchlechts nothwendig, ſo kann und darf ſie doch ein vernünftiger Mann nicht anders als ein Vergnügen betrachten, das ihn nach gethaner Arbeit erheitere und ergötze, und ich muß den thörigt ſchelten, der die Zeit, die er auf beſſere
und nützlichere Dinge verwenden ſollte, im Um⸗
gange der Frauen mit liebelnden Plandereien vergendet.“
„Sie ſprechen von der Liebe wie ein Diplomat, oder richtiger, wie ein Blinder von der Farbe,“ ſagte der junge Mann in ſeiner harmloſen Fröh⸗ lichkeit;„und es iſt köſtlich für mich, Sie das Alles im vollſten Ernſte ſagen zu hören, und die
——,——


