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Der Diplomat : Novelle / von Ludwig Storch
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an, alles fällt in's Geſchäft. Geſetzt nun den Fall, ich wäre ein Heimlicher von der feindlichen Partei, ich würde ſogleich Ihre wildaufbrauſende Neigung zu jener Dame zu meinem Vortheil be⸗ nutzen und gewiß mit Glück benutzen.

Sie ſind es ja aber doch nicht! rief der blonde Jüngling ärgerlich.Man wird doch un⸗ ter Freunden dem begeiſterten Erguß der Natur freien Lauf geſtatten, und wo man ſich unbelauſcht weiß, das Herz offen reden laſſen dürfen?

O wie ſehr recht hat Ihr Herr Vater, wenn er mir ſchreibt, daß Sie über die Grundelemente der Diplomatie noch nicht im Klaren ſind! Nein, mein junger Freund, nie dürfen Sie daran den⸗ ken, jenem rohen Götzen zu huldigen, den man ſo gewöhnlich Natur nennt. Laſſen Sie dieſen unwürdigen Götzendienſt dem gemeinen Polke, der unverſtändigen Maſſe. Gönnen Sie ſeine Ver⸗ ehrung gutmüthigen Schwärmern, überſpannten Phantaſten, denen es beliebt, ſich Künſtler zu nennen, wie die Dichter und Verſemacher, die Maler und Farbenkleckſer, Tonſetzer und Muſi⸗ kantenl, laſſen Sie dieſe Narren unverſtandnes,