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l. Die leuchtenden Gräber.
öölenn die Sonne geſunken, der Nebel ſich dichter über das Land legt, der Lärm des geſchäftigen Tages mehr und mehr verſtummt und von Abend her nur noch ein matter Schein in's Stüblein fällt, wir uns aber noch nicht veranlaßt finden, die Stearinkerze oder die ſtille Lampe anzuzünden, dieſe kurze aber heimliche, innige Zeitperiode nennen wir das Däm⸗ merſtündlein, und kann ſolches im gemüthlichen Fa⸗ milienkreiſe wie vom vereinſamten Lebenswanderer in Stadt und Land begangen werden. Es iſt, wer es gemüthlich zu benutzen verſteht, gleichſam ein ſtilles Sabbathſtündlein nach den zwölf lärm- und arbeits⸗ vollen Stunden des Tages. In Theater und Con⸗ certſälen erblühen die Gasblumen, Parket und Logen füllen ſich mit geputzten Zuſchauern; es iſt dies ganz ſchön, aber ein Dämmerſtündlein im häuslichen Kreiſe oder ganz entré nous hat auch ſeine Meriten. Das Auge, unbehelligt von zerſtreuenden Licht- und Far⸗ benglanz, gehüllt in wohlthuendes Halbdunkel, geſtattet der Seele ungehinderte Spaziergänge weit, weit hin⸗ aus über den Stubenfrieden in ferne Thäler des Frühlings, wo wir einſt glücklich waren. Theure Lieebn, deren frühlingsvolle Herzen längſt Aſche ge⸗ worden, wandeln vorüber. Wir gedenken ihrer, wie ſie lächelten und ſich freuten in heiteren Stunden. Ihre längſt verklungene Stimme tönt in unſer geiſtig Ohr. Wir gedenken holder Geſtalten, die auch fort⸗ gegangen, manches lieben Liedes, das ſie geſungen.


