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oder ſonſt einen nützlichen Gegenſtand von den Eltern erhalten, iſt heiliger Chriſt.“
Bei dem Profeſſor langte jetzt derſelbe Brief an, deſſen Inhalt wir kennen, doch erhob der diesmalige Empfänger kein Lamento, hielt keine Strafpredigt wie der reiche Bankier, ſondern gab unbemerkt, ohne ein Wort zu verlieren, zehn Groſchen, eine Summe, die bei den beſcheidenen Vermögensverhältniſſen und der zahlreichen Familie des Profeſſors den Thaler des reichen Bankier weit überwog. Zudem gab der Pro⸗ feſſor dem Briefboten ſofort die zehn Groſchen für die Wittwe; er half auf der Stelle und wartete nicht bis nach den Feiertagen, wo die arme Frau mit ihren Kindern längſt verhungert ſein konnte.
Emanuel verließ nach einiger Zeit auch dieſe Familie. Unterwegs ſprach er:„Es ſind ganz brave, gute Leute, aber der Himmel des Chriſtabends wohnt nicht bei ihnen. Der Lichterbaum leuchtet auch hier auf dem Tiſche, aber nicht in den Herzen.“
Den dritten Beſuch ſtattete Emanuel in der Fa⸗ milie des Miniſterialſekretairs Musmann ab, eines kirchlich ſehr ſtrenggläubigen Mannes, der mit den Seinigen keinen Sonntag die ultraorthodoxen Predig⸗ ten des verdammungsſüchtigen Paſtors Leo verſäumten. Die Familie, welche zu den ſogenannten excluſiv Frommen der Stadt gehörte, ſah man weder im Schauſpiel, noch auf Bällen oder bei ſonſtigen öffent⸗ lichen Vergnügungen. Sie lebte ganz zurückgezogen und hatte blos Umgang mit einigen Familien, die derſelben lirchlichen Richtung angehörten. Dagegen fehlte es nicht an häuslichen Erbauungsſtunden, Bet⸗ und Bußfübungen. Herr Musmann war Vorſtand mehrerer Wohlthätigkeitsvereine, obſchon man nie ge⸗ hört, daß er ſelber den fröhlichen Geber gemacht.


