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Abermals war das liebe Weihnachtsfeſt erſchie⸗ nen, abermals pochten Tauſende von Kinderherzen den goldnen Lichtern des Chriſtbaumes entgegen und die Glocken des heiligen Abends klangen ahnungs⸗ voll durch das immer dichter herabſinkende Dunkel— als ſich die Thür eines nicht allzugroßen Bürger⸗ hauſes öffnete und eine in ſchützender Winterkleidung wohlverwahrte Geſtalt heraustrat und die Straße entlang wandelte
Bevor ſich die Thür hinter ihr geſchloſſen, hatte ſie die Worte zu dem ſchließenden Diener geſprochen: „Daß mir die Briefe richtig beſorgt werden.“
Der Gang des Unbekannten ſchien nicht ganz ohne Beſchwerde, denn all ſeine Taſchen waren an⸗ gefüllt mit Kinderſpielzeug und ſonſtigen zu Geſchen⸗ ken ſich eignenden, nicht unwerthvollen Gegenſtänden. Außerdem trug er mehre Pakete unter dem Arme.
Am Ende der Straße ſtand ein palaſtähnliches Haus, deſſen erſtes Stockwerk zum Theil hell er⸗ leuchtet war, ein Zeichen, daß hier ſveben der hei⸗ lige Chriſt ſeinen Einzug hielt. Der Unbekannte zog den Glockenring. Er ſchien hier nicht unbekannt zu ſein, denn der öffnende Diener grüßte ehrfurchtsvoll und eilte, den Hausherrn von dem Beſuche in Kennt⸗ niß zu ſetzen. Der Eingetretene ſtieg die tageshell erleuchtete Treppe hinauf. Ein Dienſtmädchen begeg⸗ nete ihm.„Die Beſcheerung ſchon begonnen?“ frug er.


