172
niſche Armee die ruſſiſchen Bedingungen nicht ange⸗ nommen habe.
Da antwortet ihm Dembinski, umgeben von ſei⸗ nen Officieren:
„Sagen Sie Ihrem Marſchall, daß er ſich irrt, wenn er glaubt, es mit aſiatiſchen Horden, von denen er hergekommen, zu thun zu haben. Die Polen haben für ihre Freiheit gekämpft, und war ihnen nicht ver⸗ gönnt, dieſelbe wieder zu erringen, ſo wollen ſie ſich lieber dem Schutze civiliſirter Nationen anvertrauen, als erniedrigende Bedingungen annehmen.“
Sogleich befiehlt Dembinski dem Fürſten Puzyna mit ſeiner Batterie Poſto zu faſſen, und dem Obriſt⸗ leutnant Kaminski, mit dem ſiebenten Uhlanenregiment den Feind anzugreifen.
Da donnern noch einmal die polniſchen Kanonen, da brauſen noch einmal die alten kampfergrauten Schwadronen wie eine Wetterwolke gegen den Feind und werfen ibn eine große Strecke zurück, und erſt den wiederholten Befehlen Rybinski's gelingt es, die Kampf⸗ und Rachedürſtenden Soldaten, welche das geliebte Vaterland nicht verlaſſen wollen, ohne gegen den Tod⸗ feind noch einen urkräft'gen Schwertſtreich zu führen, zurückzurufen.
Nachmittags, am fünften October, gerade acht Monate nach dem Einmarſch von hundertdreißigtauſend Ruſſen in das Königreich Polen, trat die polniſche Hauptarmee, noch vierundzwanzigtauſend Mann ſtark, die neue Infanterie in leinenen Beinkleidern, ohne Mäntel und zum Theil ohne Schuh, ſtumm und ernſt auf preußiſches Gebiet.
So lange die Truppen ihre Waffen in der Hand hatten, trugen ſie den Schmerz als Männer.
Da die Preußen ſelbſt von dem Anſchauen des letz⸗


