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Schwächen und Mängel des polniſchen Aufſtandes. Er war durch tiefes Studium mit der Geſchichte und dem Charakter der Polen ziemlich vertraut geworden und fand in dem gegenwärtigen Kampfe alle die Schatten⸗ flecken wieder, welche ſeit Jahrhunderten die Geſchichte Polens verdunkeln. Da war noch dieſelbe kaſtenartige Abgeſchiedenheit des ſtolzen Adels vom Volke, derſelbe Ehrgeiz, Neid, dieſelbe Zwietracht unter den erſten Fa⸗ milien, wodurch zu verſchiedenen Malen das Reich zu Grunde gegangen war. Was half alle Aufopferung, aller Heldenmuth der bewundernswürdigen Armee, ohne Einigkeit und zwar ohne Einigkeit in den höchſten Re⸗ gionen?
Daher ſah Ottokar ſo ziemlich alles künftige Mißgeſchick voraus und er verhehlte ſeine Beſorgniß keineswegs.
„Du magſt in ſo fern Recht haben,“ geſtand Guido, „daß Verrath und Talentloſigkeit unter den Generalen nicht zu verkennen iſt. Bei dem Muthe der Armee müßten wir bereits viel weiter ſein. Ich halte es daher für das Beſte, wenn eine Schreckensregierung, wie etwa 1793 in Frankreich, an die Spitze der Re⸗ gierung tritt. Wo Tugend und Patriotismus nicht zu⸗ reichen, muß der Schrecken helfen. Der vollbringt Wunderdinge, wie wir in Frankreich geſehen haben. Die Schlechten müſſen in ſteter Furcht gehalten wer⸗ den, damit ſie es nicht wagen, mit ihren böſen Plä⸗ nen hervorzutreten. Wenn es dann auch einige Köpfe koſtet, ſo ſind es nur ſolche, an denen nicht viel ver⸗ loren iſt.“
„Bleiben Sie mir mit Ihrer Schreckensregierung zu Hauſe,“ deprecirte Severin;„die Polen ſollen doch ja nicht ſo verſchwenderiſch mit Köpfen umgehen, da uns Diebitſch mit halb Aſien auf dem Nacken ſitzt.


