bringen, indem er dem Exaltirten vorſpiegelte, die Fahrt gehe nach Polangen, von wo er dann leicht nach War⸗ ſchau gelangen könne. Die Reiſe ging aber nicht nach der polniſchen Küſte, ſondern nach Nordamerika. Der getäuſchte Guido wollte verzweifeln und machte ſeinem Bruder die bitterſten Vorwürfe, denn er war der Mei⸗ nung, daß kein Aufſtand ohne ſeine Anweſenheit gelin⸗ gen könne.
In New⸗York angelangt, ward Guido von einem heftigen Fieber befallen, das ihn dem Grabesrande nahe brachte. Nur der ausdauernden Sorgfalt und Pflege Ottokar's gelang es, des Bruders Leben zu erhalten. Nur langſam und nach und nach genaß der Kranke. Schon hoffte Ottokar, daß die langwierige Krankheit auf den politiſch Exaltirten einen wohlthätigen Eindruck zu⸗ rück gelaſſen haben würde. Wirklich ſchien auch Guido eine Zeit lang die europäiſchen Welthändel ganz ver⸗ geſſen zu haben; ſeine Lectüre beſtand meiſtentheils aus rein wiſſenſchaftlichen Schriften, und Ottokar wußte es immer zu verhindern, daß aufreizende politiſche euro⸗ väiſche Zeitblätter in des Geneſenden Hände kamen. Da wollte es das Geſchick, daß eines Tages ein in Amerika habilitirter Capitän der alten franzöſiſchen Kaiſergarde die beiden Brüder in ihrer reizenden Ein⸗ ſamkeit beſuchte. Derſelbe war durch die Heldenthaten an der Weichſel in ſeiner Ruhe aufgeſchreckt worden. Die alte Kampfluſt erwachte in dem Veteranen und ſo ſtand er im Begriff nach Europa abzuſegeln und den Polen ein unabhängiges Vaterland erkämpfen zu helfen. Der tapfere Capitän erzählte aber mit ſolchem Feuer, daß es dem Guido immer heißer um die Stirn wurde. Auch bei ihm erwachte die alte Leidenſchaft mit erneu⸗ tem Feuer, ſo daß er plötzlich mit den Worten von ſeinem Sitze aufſprang: Ich begleite Sie, mein Freund,
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