Teil eines Werkes 
Supplemente 2. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 2. Theil (1857)
Entstehung
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Er irrte wie ein Raſender umher, und verſchwand end⸗ lich mit ſeiner Fackel und mit ſeinem Hammer in einem Seitenflügel des Schloſſes..

Mit barbariſcher Zerſtörungswuth drangen die be⸗ rauſchten Bauern in das Schloß ein. Es war keiner unter ihnen, der nicht irgend ein Unrecht, ſo ihm von den Beſitzern des Schloſſes war zugefügt worden, zu rächen hatte.

Bald ward es in dem gewaltigen Gebäude lichthell. Die entfeſſelte Bande durchſtürmte mit ihren Fackeln die hohen Säle und Gemächer. Hier und da ſtürzte ein zerſchmettertes Fenſter auf den getäfelten Schloßhof hernieder; ſchauerlich wallten die ſchweren rothſeidenen Vorhänge, von der Zugluft getrieben, in die Nacht hinaus. Es war, als wenn eine Schaar hölliſcher Geiſter in dem alterthümlichen Schloſſe ihr verheeren⸗ des Weſen triebe.

Aber die nächtliche Scene erhielt ein noch furcht⸗ bareres Ausſehen, als es einigen der Landleute gelungen war, die Weinkeller des Schloſſes ausfindig zu machen. Unter wildem Jubel wurden die mächtigen Stückfäſſer geöffnet, und die Ausſchweifungen des wilden Haufens kannten keine Grenzen mehr. Man war wüthend, trotz aller Nachſuchungen den Doctor Stephani und mehrere der Schloßknechte, die am meiſten verhaßt waren, nicht auffinden zu können.

Namentlich war es Georg, der ſich's angelegen ſein ließ, des unſichtbar gewordenen Doctor habhaft zu wer⸗ den. Er durchſuchte ſorgfältig alle Verſtecke, wo ſich der Geſuchte verborgen halten konnte; denn daß derſelbe noch vor den übrigen Schloßbewohnern die Flucht er⸗ griffen hatte, glaubte er nicht, da er ihn aus früherer Zeit als einen unerſchrockenen tapfern, ja verwegenen Mann hatte kennen lernen.