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raden, dem Ziergärtner, trotz dem, daß dieſer in der Merviller Nationalgardenuniform ſiegesſicher einher⸗ ſchritt, für heute aus dem Sattel zu heben. Gui⸗ ſeppe erneuerte eine Schulbekanntſchaft mit einer hübſchen Couſine aus Merville. Bonorand ward von Conſtant in den herrlichen Gewächshäuſern von Malmaiſon umhergeführt, während der alte Maillebois ſich außerordentlich geehrt fühlte, mit dem tapfern General Rapp auf⸗ und niederwandeln und über den ägyptiſchen Feldzug vortrefflich diseuri⸗ ren zu können. Die Kameraden Armand's mach⸗ ten es ſich zur angenehmen Pflicht, für die Unter⸗ haltung der beiden Coufinen Junot's, ſo wie der ehrlichen Vettern und Muhmen aus Merville be⸗ ſtens zu ſorgen, an welche ſich endlich auch der Ka⸗ nonier anſchloß.
So war für ſämmtliche Gäſte zu Malmaiſon ſchönſtens geſorgt. Zwei Stunden verflogen wie we⸗ nig Augenblicke. Da ließ Junot, der ſich in der Rolle eines Maitre de Plaiſir beim heutigen Feſte außerordentlich gefiel und ihr alle Ehre machte, die Geſellſchaft wieder zuſammen rufen und that, nach eingeholter kaiſerlicher Erlaubniß, den Vorſchlag, nach ſeinem zwei Stündchen von Malmaiſon gelegenen Gute Montjvie zu fahren, das er vorigen Herbſt gekauft, neuerdings habe reſtauriren laſſen, und da⸗ ſelbſt auf das Wohl des Brautpaars ein Glas Cham⸗ pagner zu trinken; er gebe nämlich viel auf das alte Sprichwort, wonach es großes Glück für ein neu ein⸗ gerichtetes Haus bedeute, wenn daſſelbe durch ein an demſelben Tage verlobtes Brautpaar betreten werde.
Die Worte des Generals fanden allgemeinen Bei⸗ fall und bald fuhr eine ganze Wagenburg hinüber nach Montjoie. Nach einſtündiger, höchſt amuſan⸗
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