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auserleſenes Frühſtück aufgetragen. Das Brautpaar erhielt, wie ſich verſtand, den Ehrenplatz zwiſchen ₰ Herrn und Madame Maillebvis. Morland ſaß neben Guiſeppe und dem Kanonier und dem Ge⸗ neral Rapp gegenüber. Er prüfte mit Kennerblick die zahlreichen Etiketten der koſtbaren Weine, ſowie die Unzahl der auserwählten Gerichte aus der kaiſer⸗ lichen Küche, und raunte dem Guiſeppe in's Ohr: „Ich muß Euch geſtehen, ein höchſt nobles Früh⸗ Während des fröhlichen Dejeunüs erſchienen der Kaiſer und die Kaiſerin bei der glücklichen Geſellſchaft,
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ſprachen mit jedem der Anweſenden und kehrten erſt nach Verlauf einer halben Stunde nach dem Schloſſe zurück. Namentlich waren die Gäſte aus Merville* ganz bezaubert von der huldvollen Herablaſſung der
kaiſerlichen Majeſtäten.
Nach dem Frühſtück erging ſich die Geſellſchaft in den ſchattenreichen und blüthenvollen Gängen des Gartens von Malmaiſon. Die ſüßen Weine hat⸗ ten die Herzen aufgeſchloſſen und einander näher ge⸗ bracht. Die beengenden Bänder der Etikette löſten ſich allmälig. Armand wandelte mit verklärtem Antlitz am Arme der ſeligen Florentine. Er hätte mit keinem Könige der Erde getauſcht. Morland war von dem duftigen Muskateller aus dem kaiſer⸗ lichen Keller ziemlich warm geworden. Er hatte dem etwas ſchüchternen Kanonier ſchon zu wiederholten. Malen gerathen, ein Herz zu faſſen und ſich umzu⸗ 3 ſehen unter den Töchtern des Landes; die beiden Coufinen von Junot wären höchſt noble Fräuleins, 6 während er ſelbſt mit Beharrlichkeit und Feinheit Ma⸗ dame Maillebois die Cvur machte. Er ſchien wirklich die Abſicht zu haben, ſeinem alten Zeltcame⸗
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