Teil eines Werkes 
22. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 3. Band (1854)
Entstehung
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ſee von Malmaiſon dahin fuhren. Schmucke Land⸗ mädchen, die mit üppigen Küchenkräutern und Blu⸗ menkörbchen des Weges daher kamen, nickten freund⸗ lich in den Wagen. Nap, der ſich nicht wenig dar⸗ auf zu Gute that, als gemeiner Kanonier mit einem ſo großen General in einem und demſelben Wagen zu ſitzen, grüßte freundlich herablaſſend; Guiſeppe ſchien ſich um die Grüße der Blumenmädchen weniger zu bekümmern.

Junot ſelbſt war außerordentlich guter Laune. Er neckte ſich mit Guiſeppe, dem er den Vorwurf machte, daß er ſein Herz in Deutſchland bei einer ſchönen Wienerin gelaſſen und nun ſeine eignen Landsmänninnen vernachläſſige.

Der Seeoffizier wollte das nicht zugeben, obſchon er eingeſtand, daß ihm die deutſchen Mädchen, na⸗ mentlich wegen ihres natürlichen und treuherzigen Weſens, ſehr gefallen hätten.

Nach einer heitern Fahrt von mehren Stunden tauchte das in ländlicher Stille gelegene Malmai⸗ ſon mit ſeinen uralten Linden und Ulmen in eini⸗ ger Ferne empor. Schon vernahm man die Thurm⸗ uhr des Schloſſes ſilbern daher klingen.

Der Generaladjutant des Kaiſers, welcher über den Zweck der Fahrt ein tiefes Schweigen beobachtet hatte, befahl jetzt dem Kutſcher, die Kaſtanienallee zur Linken einzulenken und durch den Schloßpark zu fahren.

Jetzt, nachdem man dem kaiſerlichen Luſtorte ſo nahe war, wo ſich gewiß der Kaiſer und die Kaiſe⸗ rin nebſt andern hohen Staatsbeamten befanden, be⸗ gann auch den beiden andern Brüdern und nament⸗ lich dem Kanonier, der die Kaiſerin noch nie geſehen hatte, ein Wenig das Herz zu klopfen.