157
Rheine von dem Intereſſe Oeſtreichs und verband ſie enger mit Frankreich, um an ihnen eine Vormauer gegen künftige Angriffe Oeſtreichs, Preußens und Rußlands zu haben.
Der Preßburger Friede ſicherte ferner Frankreich als gänzliches Eigenthum und mit voller Souveraine⸗ tät alle Herzogthümer, Fürſtenthümer, Herrſchaften und Territorien jenſeits der Alpen, welche vor dieſem Vertrage mit dem franzöſiſchen Reiche vereinigt oder durch franzöſiſche Geſetze und Verwaltungen regiert wurden.
Der Kaiſer von Oeſtreich leiſtete Verzicht auf die⸗ jenigen Theile der Republik Venedig, welche ihm durch die Verträge von Campo⸗Formio und Lu⸗ neville abgetreten worden waren. Dieſe Theile wurden dem Königreiche Italien einverleibt. Der Kaiſer von Oeſtreich erkannte ferner den Kaiſer Na⸗ poleon als König von Italien an.
Baiern und Würtemberg erhielten Königskronen und wie auch Baden bedeutenden Läpderzuwachs.
Oeſtreich erlitt in ſeinen deutſchen Staaten eine Verminderung der Volkszahl von gegen Neunmal⸗ hunderttauſend Seelen; in Italien belief ſich der Verluſte uͤber zwei Millionen, wodurch vierzehn Millionen Staatseinkünfte hinweg fielen.
Aber wie groß dieſer Verluſt an Land und Leu⸗ ten für die öſtreichiſche Monarchie war, noch weit ſchmerzhafter war die Verminderung ſeiner politiſchen Stellung. Während vorher Oeſtreich, als Mittelpunkt Europa's, der Stützpunkt des politiſchen Gleichge⸗ wichts in demſelben zu betrachten, ſo ward durch den Preßburger Frieden dieſes Reich von Italien, dem Rheine, der Schweiz und Schwaben gänzlich abge⸗


