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Zwölftes Rapitel.
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In einem feſtlich geſchmückten Saale zu Wien gab das erſte Bataillon des erſten Grenadierregiments der kaiſerlichen Garde einen glänzenden Ball. Gäſte von allen Waffengattungen waren geladen. Morland, welcher mit zu einem der Feſtordner erwählt worden, verſah dieſes Amt mit außerordentlicher Gewiſſenhaf⸗ tigkeit. Seiner neuen Würde ſich vollkommen be⸗ wußt, ſchritt er mit jenem Lächeln im Blicke und jener freundlich-ſanften Bonhommie, die einem Feſt⸗ ordner unerläßlich, die glänzenden Reihen auf und ab; hier mit Milde bittend, den Tanzpaaren Platz zu machen, dort ſorgſam bethätigt, daß die Damen weder an Getränken noch an Confect Mangel lit⸗ ten. Nur wenn er ſich, was jedoch ſelten geſchah, in die vom Tanzſaale abgelegenen Rauchzimmer ver⸗ irrte, wo ſeine alten Kameraden mit grimmigen Bärten um die dampfenden Punſchbowlen ſaßen, blickte zu⸗ weilen der ſchlachtergraute Veteran in einem leiſen „heiligen Kreuzbombenbataillon“ hervor, doch ſchnell erinnerte er ſich wieder ſeiner Würde und verließ anſtandsvoll und mit nachſichtsvollem Bedauern die unverbeſſerliche Geſellſchaft, welche die qualmende Thonpfeife und das gefüllte Punſchglas den reizendſten Sylphiden vorzog, die im kerzenerhellten Ballſaale graziös auf⸗ und niederwogten.
Morland ging heute vorzugsweiſe fein gekleidet. Sein Haarzopf gereichte ſeinem Friſeur zur wahren Ehre und verrieth den denkenden Künſtler. Er ver⸗ mied daher, theils ſeiner Toilette zu Gefallen, theils


