Teil eines Werkes 
22. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 3. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

N

36

Geiſt in ſich ſelbſt zurückzuführen, damit er ſich ſam⸗ melt, weil man ſonſt nichts Großes zu thun im Stande iſt, und das Gefühl zu ſehr zerſtreut, jenes ſchmerzliche Vergnügen der Melancholie nicht gewahrt.

„Dieſe Betrachtung beſtimmte den erſten Conſul, das Hospitium des großen St. Bernhard zur Grab⸗ ſtätte der Aſche ſeines würdigen Lieutenants auszu⸗ wählen. Hier iſt der höchſte älteſte Uebergang über die Alpen und hier ſteht der Thron des ewigen Winters von Schnee und Eis, und der einförmigen Natur kündigt nichts den Wechſel der Jahreszeiten an, als im höchſten Sommer die donnernden Lawinen, die Werkzeuge neuer Zerſtörung. Hier, wo Alles Schrecken einflößt, die Stille wie das Geräuſch, wo endlich die zwei einzigen Zufluchtsorte, in die ſich das Leben verbirgt, die Seele durch den Gedanken erſchüttern, daß ſie ewig nur die Wohnung des Schmerzes ſind.

„Deſaix ſelbſt ſchien bei der Betrachtung der ägyptiſchen Wüſten dieſe Wahl angedeutet zu haben, indem er die Worte öfters wiederholte:„Dieſer Schauer der Natur iſt das Aſyl des Todes und der Friede der Gräber.“

„Nach der Schlacht bei Marengo befahl der erſte Conſul ein Denkmal zu errichten, deſſen Größe ſeine Anhänglichkeit an Deſair und den Schmerz, mit wel⸗ chem er ſeinen Verluſt beehre, bezeugen ſolle. Der Kaiſer erwartete die Vollendung deſſelben, um es durch ein militäriſches Feſt und durch eine Todten⸗ feier einzuweihen. Er hatte dazu den Gedächtnißtag des glorreichen Todes Desjenigen beſtimmt, dem es galt, und er wollte ſelbſt dieſe Todtenfeier erhöhen, dadurch, daß er ſelbſt den erſten Stein zu dem Grab⸗ male legte. Nachdem er dieſe Ceremonie in der Ab⸗ ſicht verſchoben hatte, die Pracht deſſelben zu verherr⸗