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Doctor,„und namentlich die guten Pariſer beſſer kennt, als es bei Euch der Fall zu ſein ſcheint. Für unſer Volk, welches in der Mode den Ton angiebt, iſt dergleichen glänzender Firlefanz unentbehrlich. Das weiß der Kaiſer nur zu wohl. Uebrigens haben mir die alten Republikaner, die geſtern mit aller Gran⸗ dezza die Hofmänner ſpielten, vielen Spaß gemacht. Der Franzoſe, ſo wie er geborner Soldat iſt, iſt auch zugleich geborner Schauſpieler, eitel und gefallſüchtig. Mich koſtet übrigens der geſtrige Tag enormes Geld. Ich mußte für ein Fenſter auf der Rue St. Honoré Vierzig Franken bezahlen. Mein Schneider hat für ſeine drei Fenſter im vierten Srock dreihundert Livres bekommen. Dazu ſind alle Lebensmittel unverſchämt im Preiſe geſtiegen, und man muß Gott danken, wenn man für ſein ſchweres Geld nur Etwas erhält, um den Hun⸗ ger zu ſtillen. Man rechnet, daß fünfmalhunderttau⸗ ſend Menſchen nach Paris gekommen ſind; es iſt auch nicht anders möglich, alle Straßen ſind dreifach ſo belebt als außerdem; alle Hotels garnis gepfropft voll. In der rue du bacq wär' ich geſtern beinahe gerädert worden, ſo dicht gedrängt fuhren die Caroſ⸗ ſen aller Art hinter⸗ und nebeneinander. Alle öffent⸗ lichen Plätze wimmeln von Militär. Im Palais Royal iſt ſeit einigen Tagen der Zudrang von Men⸗ ſchen ſo arg, daß ein Theil der Kaufleute ihre Lä⸗ den geſchloſſen hat. Es iſt ein wahres Glück, daß wir mit England Krieg haben, denn wäre es auch dieſen Gentlemans erlaubt, ſich in Paris einzufinden, ſo wüßte ich ſchlechterdings nicht, wie das Menſchen⸗ gewühl bei Tage Raum zum Gehen und Stehen und des Nachts Schlafſtellen finden wollte. Alle Schnei⸗ der haben ſo viel zu thun, daß ſie nicht wiſſen, wo ihnen der Kopf ſteht; ein einziger in der Rivoli⸗


