9
der Cardinal Erzbiſchof mit ſeinem Kapitel nach dem Dom, um daſelbſt den Papſt und die franzöſiſche Geiſtlichkeit zu empfangen.
Als der heilige Vater unter einem Thronhimmel in großer Prozeſſion den Dom betrat, ward der Kir⸗ chengeſang:„Tu es Petrus“ angeſtimmt, worauf ſich Seine Heiligkeit auf den für Dieſelben beſtimmten Thron begab.
Fortwährend donnerten Artillerieſalven, läuteten die Glocken. Endlich, es hatte auf den Thürmen ſo eben die zehnte Stunde geſchlagen, da bewegte ſich langſam, majeſtätiſch, in feierlicher, nie geſehener Pracht, der kaiſerliche Zug aus dem Thore der Tuilerien.
Der Kaiſer und die Kaiſerin ſaßen in einem Wa⸗ gen, der an Glanz, Gold und Verzierungen alles Andere überſtrahlte. Er war von höchſt geſchmackvoller Bauart und mehr aus Glas denn aus Holz zuſam⸗ mengeſetzt, ſo daß man das hohe Paar vollkommen ſehen konnte. Oben erblickte man die kaiſerliche Krone, die von vier Adlern mit ausgebreiteten Flügeln ge⸗ tragen ward. Der Wagen ſelbſt ward von acht milch⸗ weißen mit Gold und Federn bedeckten Zeltern gezo⸗ gen und daneben her gingen zwölf Pagen in reicher Kleidung. 4
Den großartigen Zug eröffneten acht Schwadronen Cuiraſſiers, acht Schwadronen Carabiniers, acht Schwa⸗ dronen von Jägern der Garde, mit Plotonen von Mameluken untermiſcht. Der Gouverneur von Paris, Marſchall Murat, ritt mit ſeinem Stabe an der Spitze dieſer Truppen. Hierauf folgten die Herolde zu Pferde, ferner der Ceremonienmeiſter mit ſeinen Untergebenen, die Miniſter, der Großkammerherr, Großſtallmeiſter, Großceremonienmeiſter, der Erzkanz⸗


