Teil eines Werkes 
20. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mißbrauchen. Ihnen danke ich es, daß ich noch zeitig genug gewarnt worden bin. Indeß verdient die Sache die äußerſte Delikateſſe; wir müſſen mit größter Vorſicht zu Werke gehen, wollen wir Unglück verhü⸗ ten. Am Allerwenigſten dürfen wir der geheimen Polizei Aufſchluß über die gefährlichen Intriguen der Poitiers zukommen laſſen. Durch die Verhaftung dieſer Frau würden ſehr hochgeſtellte Perſonen und ſelbſt fremde Diplomaten auf das Enpfindlichſte com⸗ promittirt werden, was jetzt noch vermieden werden muß, wollen wir das Uebel in der Wurzel angreifen. Vor der Hand ſeien Sie verſichert, mein lieber Ka⸗ pitain, daß für das geheiligte Haupt unſers Kaiſers von Seiten der Pvitiers Nichts zu beſorgen iſt. Ich werde mich der Zügel des Complotts bemächtigen, indem ich den Verräthern glauben mache, als gehöre ich zu Ihnen. Ich habe mir die Sache bereits reif⸗ lich überlegt.

Der General ging nach dieſen Worten einige Minuten in Gedanken vertieft auf und ab. Dann fuhr er fort:

Ganz recht, das wird das Beſte ſein; wir müſſen dem Feinde in die Karten ſehen, um der guten Sache wahrhaft zu nützen. Die Poitiers kehrt heute nach Paris zurück. Sie, mein lieber Kapitain, werden gleichfalls dahin abgehen. Das trifft ſich vortrefflich. Ich werde Ihnen Empfehlungsbriefe mitgeben, welche Ihnen die Salons der Intrigantin öffnen. Ich werde Sie als einen jungen Mann ſchildern, der vielleicht für die royaliſtiſche Partei zu gewinnen iſt. Richten Sie Ihr Verhalten darnach ein. Geben Sie ſich das Anſehen, als intereſſirten Sie ſich für ihre Nichte dem Jüngling ward bei dieſen Worten wunderbar zu Muthe. Suchen Sie, fuhr der General fort,vor