Teil eines Werkes 
20. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 1. Band (1854)
Entstehung
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doch dem Verdachte nach bekannt werden müßte, lag außer allem Zweifel. Wie leicht, daß er dann bei ſeinen Kameraden in den Geruch eines Militärſpions fommen konnte, daß man ſich von ihm zurickzog, ihn wie einen Verbrecher floh, ein Gedanke, der ihn er⸗ beben machte. Alles dies durchflog mit Blitzes⸗ ſchnelle ſein Gehirn. Wäre es wenigſtens ein Mann geweſen, ein erwieſener Spion, den er durch ſeine Ausſage an das Meſſer lieferte; aber ein Weib, ein ſchwaches, ohnmächtiges Weib, die mehr Schwärmerin als Verbrecherin zu nennen, deren heldenmüthige Auf⸗ opferung für eine Idee unter andern Verhältniſſen eine Bürgerkrone verdient hätte, die er überdies heim⸗ lich belauſcht: dieſe ſollte er jetzt dem Henker auslie⸗ fern; und endlich wenn er ſich dennoch getäuſcht, giebt es nicht Beiſpiele, daß ſich Menſchen ſo ähnlich ſehen, wie ein Ei dem andern, Zwillingsbrüder und Schwe⸗ ſtern, welche die eigne Mutter nicht zu unterſcheiden vermag? Je länger er allen dieſen Gedanken nach⸗ hing, deſto peinlicher ward ſeine Lage.

Erſt nach einigen Minuten, nachdem die erſte Ueberraſchung vorüber, gewann er wieder die erfor⸗ derliche Faſſung über das, was er zu thun habe, ru⸗ higer nachzudenken. Vor allen Dingen mußte ihm daran gelegen ſein, ſich von der Identität dieſer Per⸗ ſon zu überzeugen. Er war daher bemüht, ſo bald als möglich ſich durch die zahlreich verſammelten Zu⸗ ſchauer in den Saal zu drängen. Dies war nicht ohne Mühe zu bewerkſtelligen, denn alle Eingänge waren dermaßen von hoher Generalität beſetzt, daß es für den Subaltern eine höchſt mißliche Sache war, ſich hier Bahn zu brechen, zumal in einem Augen⸗ blicke, wo eine der intereſſanteſten und meiſterhaft ge⸗ tanzten Quadrillen die ungetheilte Aufmerkſamkeit