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Der Freund verſchwand im Gewühl, denn ſo eben war wieder eine Legion Nationalgarden im An⸗ marſch, von einer Unzahl Volks umringt. Ich trat in das freundliche Aſyl der Reſtauration. Hier war's noch ziemlich leer. Nur hier und da ſaßen einige Gäſte an den Tiſchen vereinzelt, ſämmtlich in die Journale vertieft. Ich griff ebenfalls, nachdem ich mir ein frugales Dejeuner beſtellt, nach dem zunächſt liegenden Blatte. Es war die earliſtiſche„La mode,“ eines jener kleinen giftigen Tageswespen, welche es hauptſächlich mit der Familie Ludwig Philipp's zu thun haben und die ſcandalöſeſten, meiſt erlogenen Hofanekdötchen ihren Leſern zum Beſten geben.
Die Legion der Nationalgarde marſchirte jetzt außen vorüber und zugleich ſtürmte eine Menge jun⸗ ger Leute unter lautem Lachen in's Gemach. Sie eil⸗ ten an's Fenſter und ließen nun ihrem Spotte und Witze über die mit vieler Gravität vorbei defilirenden Pariſer Bärmützen im vollen Maße Lauf.
„Seht la grande armée des Louis Philipp,“ rief der Eine,„Gevatter Schneider und Handſchuh⸗ macher!— O Santerre! O Henriot! Wo ſind ſie geblieben, eure unſterblichen Cohorten!“
Das war alſo ein Republikaner. Ich ſchaute mich nach ihm um. Es war ein junger, wohlgebau⸗ ter Mann mit Schnurr⸗ und Backenbart à la jeune Prange; die Kleidung etwas liebenswürdig nachläſſig, Rock und Gilet waren aufgeknöpft, und durch den Schlitz des feinen Batiſtvorhemdchens glänzte ein Theil der weißen Bruſt. In der Linken hielt er ei⸗ nen Strohhut, in der Rechten, mit welcher er fort⸗ während geſtikulirte, glimmte eine Cigarre.
„Wohl wahr!“ ſprach ein älterer Herr, der auf einen Stuhl poſtirt über die Achſeln der Republika⸗


