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Eduard nach einem nahgelegenen Dorfe, um mehre daſelbſt anſäſſige Landleute an die gefälligen Zins⸗ termine zu mahnen.“
„Das war freilich kein ſonntägliches Geſchäft,“ dachte der geiſtliche Herr für ſich, doch unterbrach er den Erzähler nicht. Dieſer fuhr fort:
„Unterwegs wurden wir von einem Gewitterregen überraſcht und waren genöthigt, um nicht allzunaß zu werden, in die am Wege einſam gelegene Dorf⸗ kirche zu treten. Ich war mein Leben lang ein Feind des Kirchengehens, denn was die Herren Geiſtlichen auf ihren Kanzeln verlangten, konnte ich in meinen kaufmänniſchen Unternehmungen nicht in Ausübung bringen, wollte ich im Geſchäft nicht zurückkommen. Ich vermied alſo lieber dieſe Bußermahnungen und würde auch an jenem Sonntag die Kirche nicht be⸗ treten haben, wäre nicht der Regen Schuld daran geweſen. Nun weiß ich nicht, wie's geſchah— auch der Kaufmann hat ſeine ſchwachen Stunden— kurz, ich ward von dem einfachen Vortrage des Dorfgeiſt⸗ lichen ordentlich erſchüttert. Außen rollte der Don⸗ ner, der mochte auch das Seine beitragen. Kurz, als ich das Bethaus verlaſſen hatte, war ich ordent⸗ lich ein wenig andächtig geworden. Ich ging mit meinem Sohne zwiſchen den wogenden Aehrenfeldern dahin, das Gewitter hatte Alles wunderbar erfriſcht; Kräuter und Blumen dufteten balſamiſch. Wir ka⸗ men zu einem Kreuzwege, da lag in dem graſigen Chauſſeegraben ein junger, ziemlich dürftig, aber rein⸗ lich gekleideter Mann, von Profeſſivn ein Tiſchler, der auf der Wanderſchaft begriffen, ſich die Füße wund gelaufen hatte. Er ſprach uns um einen Zehr⸗ pfennig an. Da ich nur ganze Thalerſtücke in der Taſche hatte, ſo ſchlug ich die Bitte ab; mein Sohn


