Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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ſind ein Spottgeld; ich hoffe, Ihre Frau Mutter denkt billig und legt was zu; funfzehn, ja zwanzig, wäre nicht übermäßig, die Gefahren ſind darnach. Ich ver⸗ laſſe Weib und Kind Ihretwegen, Haus und Hof, Kundſchaft und Alles; an den Abſchied darf ich nicht denken, er frißt mir das Herz ab, ich fühl's; und meine Frau wird's würgen, ſie kann ſich den Knacks holen Zeitlebens.“

Dem Secretair ward immer übler zu Muthe. Er fürchtete, Lagemann, deſſen Tugend er für keinen un⸗ erſteiglichen Felſen hielt, könne ſpäterhin auf Ver⸗

ſprechungen von Seiten ſeiner pochen, an die er ſelbſt im Entfernteſten nicht gedacht. Gamaliel ſchob daher angelegentlich überall ſeine Mutter dazwiſchen; doch der Hotelier nahm die Mitfahrt und die Prozente als eine ausgemachte Sache an.

Während die Beiden noch über die vrientaliſche Expedition unterhandelten, fühlte ſich Gamaliel auf die Achſel geklopft. Er wandte ſich um und blickte in die ſchönen Augen der Wittib, welche recht ſchmach⸗ tend zu ihm aufſchauten.

„Vetter,“ flötete das ſchöne Weib,„nicht wahr, Ihr nehmt Euch einer armen verlaſſenen Wittwe an?“ Der Seeretair wollte die Frage ſo eben heilig be⸗ theuern, als Urſula fortfuhr:„Und beſorgt meine Angelegenheiten in Kabul? Da Ihr einmal die Reiſe macht, iſt es Euch ein Kleines, mein geringes Erb⸗ theil zu erheben. Ich erſpare die Speſen und weiß das Meine in ſichern Händen.“

Lagemann, welcher zwei Fliegen mit einem Schlage zu erlegen hoffte, erbot ſich ſogleich zum Beſten der Wittwe zur Fahrt nach Oſtindien. Sein Erbieten ward indeß ſehr. entſchieden zurückgewieſen.

„Nicht wahr, Vetter,“ fuhr Urſula zu Gamaliel