Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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birge Afghaniſtans über die Länder. Ueber den ſchnee⸗ bedeckten Ketten ragen noch Piks von großer Höhe und Pracht empor, die mit erſtaunenswürdiger Kühn⸗ heit zu den Wolken ſtreben. Dieſe mit ewigem Schnee bedeckten Höhen, die feierliche ungeſtörte Ein⸗ ſamkeit, und der Gedanke, daß dieſe Berge von zahl⸗ loſen Völkerſchaften geſehen werden, erfüllt das Ge⸗ müth mit Bewunderung und einem Erſtaunen, das nicht zu beſchreiben iſt.“

„Ich wollt's,“ platzte der Schreiber heraus, ſeine Augen leuchteten und er begann zu beſchreiben:„Seht wie ſie glühen, einem Goldgebirge vergleichbar, über welches noch königliche Pyramiden leuchtend empor⸗ ſteigen, obſchon die Sonne längſt zur Ruhe gegangen und tiefe Schatten die Palmenhaine und die Blu⸗ men in Gärten und Thälern decken. Ein warmer, blüthenſchwerer Frühlingsabend ruht über der Land⸗ ſchaft, die einem Garten Gottes vergleichbar; die Strahlen der Abendſonne durchziehen wie Glockentöne die Lilienbeete, die Roſenfelder; Bienen ſummen in den weißen Orangenblüthen, und die Pfirſichbäume an Häuſern und Geländern wollen ſich verbluten. Hier und da wandelt gottbeſeligt die ſchöne ſtille Geſtalt eines Perſers durch das reiche Paradies und ſchaut der ſcheidenden Sonne nach. Die Luft koſet mild, weich wie Seide über die Blumen, während leiſer Donnerton, wie aus andern Welten kommend, von Zeit zu Zeit in den Frühling hereinbricht. Es iſt der Donner der Lawinen, die in den öſtlichen Gebir⸗ gen ununterbrochen in die Tiefen rollen.“

Felicitas reichte dem begeiſterten Seher und Spre⸗ cher lächelnd die Hand, während Henoch unverdroſſen mit dem Theelöffel auf dem Ankergrunde des Glüh⸗ weinkännchens hin und wiederfuhr, um ſich der letz⸗