Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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Die deutſchen Pſtern.

E⸗ giebt im deutſchen Jahre zwei Zeiten, die in ihrem myſtiſchen Nebelgrau jener hochſchottiſchen, Oſſian⸗beſungenen Bergatmoſphäre nicht nachſtehen. Mit naſſen dunkeln Vorhängen iſt der Novemberhim⸗ mel umhangen. Geſpenſtiſch werden von den losge⸗ laſſenen Stürmen die feuchten Morgen⸗ und Abend⸗ nebel über todtſtille Fluren und Berge gejagt. Das feuchte Laub, die geſtorbenen Locken des letzten Früh⸗ lings, rauſchen von Zeit zu Zeit empor, ein einſamer Rabe durchkrächzt den grauen eintönigen Himmel— es ſind die Sterbefeufzer des verſcheidenden Jahres. Die andere geheimnißvolle Nebelzeit iſt die der Frühlings⸗Tag⸗ und Nachtgleiche. Die Natur liebt ihr Erwachen, wie ihren Tod in ahnungreiches Dun⸗ kel zu kleiden. Aber ein ganz anderer Ton als aus dem grauen Spätherbſte ſpricht aus dieſem Frühlings⸗ dämmerreiche. Verrauſchen die Novembernebel, ſo be⸗ ſcheint der klare kalte Decemberhimmel eine große, weiße Leiche, aus dem Märzgrau dagegen bricht der Frühling reizend und ſonnengelockt hervor. Wie der Himmel, ſo das Volk, das darunter wohnt. Ich mußte daher obige Worte vorausſchicken,