Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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J es giebt Unglücksvögel auf der Welt, das iſt eine ausgemachte Sache, die ſich zu oft beſtätigt hat, als daß ſie noch einem Zweifel unterliegen ſollte. Es giebt arme Teufel, die bei aller Thätigkeit, bei aller Geſchicklichkeit von einem böſen Schickſal ver⸗ folgt werden, ſo daß ſie es nie zu Etwas bringen können. Entweder kommen ſie ſtets zu früh oder zu ſpät, oder es ſtellt ſich irgend ein anderes Hinderniß ihrem Vorhaben in den Weg. Oft wenn ſie das langerſehnte Glück ſelbſt mit beiden Händen ſchon erfaßt haben, kommt noch ein böſer Genius und ent⸗ reißt es hohnlachend den Armen; oft wenn ſie ſchon auf der Schwelle zum Himmelreiche ſtehen, ſchlägt das ſchadenfrohe Mißgeſchick die Thüre ihnen vor der Naſe zu und lange, lange Zeiten vergehen, ehe ſich ihnen nur wieder eine ähnliche günſtige Gelegen⸗ heit zeigt.

Ein lebendes Beiſpiel von dem Geſagten bot der ehrſame Candidat der Theologie, Herr Elias Weit⸗ haas, welchem in Kurzem ſein vierzigſter Geburtstag bevorſtand. Gott war ſein Zeuge, daß der Gute Alles gethan hatte, was in ſeinen Kräften ſtand, um einmal dem Ziel und Hauptſtreben ſeines Lebens, einer kleinen Pfarrſtelle, mit Ehren vorzuſtehen. Man mochte ſeine Cenſuren durchſehen von der Schule

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