Collegen und einigen der angeſehenſten Honoratibren der Stadt bei der verwittweten Lagemann ein ſplen⸗
dides Mittagseſſen gab, bei welcher Gelegenheit er
dem Stadtrathe die ſämmtlichen Reiſeſpeſen, ſo ſeine Perſon benöthigt gehabt, zurückerſtattete. Die Wuth der weiſen Behörde gegen die Derwiſche der Abdul⸗ lah⸗Moſchee legte ſich jetzt auffallend.
Der Heldenſpieler Hanno war durch den gewalt⸗ ſamen Tod ſeines Freundes Lagemann ſo erſchüttert worden, daß er von Stund' an den alten Adam aus⸗ zog und ein beſſerer Menſch wurde. Nachdem er den Attaché mit eigner Hand vom Maulbeerbaume losge⸗ ſchnitten, ſorgte er mit wahrer Pietät für deſſen Be⸗ gräbniß, wodurch er ſehr in der Achtung der Erb⸗ fahrer gewann. Aber die Beſſerung war bei ihm nicht blos eine ſchöne Wallung, ſondern hatte tiefer Wurzel geſchlagen. Mit Gewiſſenhaftigkeit bewahrte er das Erbtheil der Wittwe und zahlte es ihr von Heller zu Pfennig aus, ohne auf die geringſte Ent⸗ ſchädigung Anſpruch zu machen. Gute Werke beloh⸗ nen ſich ſtets. Aus Dankbarkeit reichte ihm die hüb⸗ ſche Wittwe ihre Hand. Er legte ſpäter eine viel⸗ beſuchte Turnſchule an und lebt noch heutzutage in behaglichen Verhältniſſen und als geachteter Mann in Niederroßla.
Es bedarf gewiß keiner Verſicherung, daß es auf dem benachbarten Friedrichshof nach Rückkehr der Ka⸗ bulfahrer nicht minder freudvoll herging. Bereits ſeit längerer Zeit lebte daſelbſt die edle Felicitas, welche den liebenden Bitten des Generals und Klo⸗ tildens nicht länger hatte widerſtehen können. Unmit⸗ telbar nach Gamaliel's und Vietor's Abreiſe waren


