214
mit hat dieſer Gelbſchnabel ſolche Unſummen verdient, während wir geſetzten Männer hier ſtehen und das Zuſehen haben? Hoffentlich daß es ihm nicht gedeiht. Es kann kein Segen aus dieſem unverdienten Mam⸗ mon herauskommen. Was meint Ihr, Hanno?“
Der Heldenſpieler zuckte mit den Achſeln.
„Aber zum Teufel, Hanno,“ fuhr der mit dem eingehörnten Ochſenkopfe decorirte Attaché fort, deſſen gierige Blicke das Gerichtslocal nach allen Richtungen durchkreuzten,„wo ſteckt nur das Krokodill?“
„Ich habe mich auch ſchon darnach umgeſchaut,“ erwiederte der Heldenſpieler,„wahrſcheinlich hat man es als Cabinetsſtück hinter irgend einem der zahlrei⸗ chen Vorhänge verborgen.“
„Hanno,“ ſprach Lagemann dringlich,„die Stunde iſt feierlich, ein Schwur gilt jetzt viel. Schwört mir in dieſer feierlichen Stunde, mich, Eurem Verſprechen gemäß, bei dem großen Unternehmen, wo ich das goldne Thier rauben und in unſerm Nutzen verwen⸗ den werde, getreulichſt beizuſtehen.“
Der Heldenſpieler, deſſen Blicke ſich von den Gold⸗ haufen, die Gamaliel ausgezahlt erhielt, nicht los⸗ reißen konnten, hob mechaniſch die drei Finger der rechten Hand ein wenig und ſprach:„Ich ſchwöre.“
„Ihr ſcheint mir nicht ganz ſicher bei der Sache, Hanno,“ fuhr Lagemann mißbilligend fort,„geht nicht leichtſinnig mit einem Schwure um, bedenkt, was er zu ſagen hat.“
„Ich weiß es,“ verſetzte der Heldenſpieler.
„Das iſt mir lieb. Ferner ſchwört mir, Hanno, Euch mit einem Dritttheil der Krokodillmaſſe begnü⸗ gen zu wollen, wie Ihr mir ebenfalls bereits wieder⸗ holt verſprochen habt.“
——


