Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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gen mußte; aber die hohen Behörden waren zu ver⸗ ſeſſen auf ſeine Kunſt, als daß ſie geneigt geweſen wären, ſeine negirenden Geſten zu verſtehen. Noch ſtand die ganze Commerziendeputation bebartet vor ihm und drang auf Expedirung. Wenn ſie weiſe ge⸗ weſen wäre, ſo würde ſie ſich allerdings an den bei⸗ den Pupillenräthen ein Beiſpiel genommen haben; aber des Attaché's Ruf als Barbier ſtand bercits zu feſt, als daß er ſo leicht hätte erſchüttert werden können. Er mußte alſo in einen ſauern Apfel beißen und ſich mit ſeinem ſchartigen Meſſer über die Com⸗ merziendeputation hermachen. Die genannte Deputa⸗ tion hatte unſtreitig in einen noch ſauerern Apfel zu beißen. Der Magdeburger richtete dieſe Behörde gottesjämmerlich zu. Das Blut floß in Strömen. Jeden andern Barbier würde man auf der Stelle er⸗ würgt haben. Der Attaché konnte aber als Ober⸗ hofbarbier ſchinden nach Herzensluſt. Wohl Jedem, der einmal einen Ruf erworben.

Nachdem die wohllöbliche Commerzien⸗Deputation hinlänglich Haare und Blut gelaſſen hatte, legte der Attaché das Meſſer auf die Erde und erklärte durch eine ausdrucksvolle Geberde, daß nun die Freude ihr Ende habe. Wenigſtens für ſeine Perſon ſei er nicht länger im Stande zu raſiren. Zugleich aber zeigte er mit ſolcher Beharrlichkeit nach der Stelle, wo der Heldenſpieler im Graſe lag, daß die Schwarzen end⸗ lich aufmerkſam wurden und ihnen ein Licht aufging, was der Attaché wohl meine. Man eilte nach Hanno's Lagerplatz; aber welche Entdeckung, welcher Schrecken, welche Verwirrung entſtand plötzlich. Der Heldenſpieler hatte die Zeit, während welcher Lage⸗ mann das Geſammtminiſterium und die hohen Be⸗ hörden raſirte, beſſer benutzt und war auf und davon