Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Hunger empfinde ich, der nicht anmaßender genannt werden kann.“

„In dieſem Leben werdet Ihr wohl nichts mehr zu eſſen bekommen.“

„Das wäre traurig,“ erwiederte der Heldenſpieler, „mit hungerndem Magen zu ſterben iſt mir immer für das größte Unglück auf Erden erſchienen. Die weiſen Geſetzgebungen ſcheinen das eingeſehen zu ha⸗ ben; daher man ſelbſt dem Verbrecher die ſogenannte Henkersmahlzeit reicht, wo es ſplendid hergeht.“

Lagemann konnte von ſeinen hypochondriſchen To⸗ desgedanken durchaus nicht loskommen.

„Ob es nur in jener Welt auch etwas zu brocken und zu beißen giebt?“ frug er..

„Zu wünſchen wär's.“

„Freilich Klöße, Pudding, Rinderbraten und der⸗ gleichen maſſive Lebensmittel wird es wohl nicht ge⸗ ben. Die Geiſter leben von der Luft.“

„Ich kann mir da ein eigentlich Sattwerden nicht denken,“ erwiederte Hannv.

„Für Euch wird es einmal ſchlimm werden, Hel⸗ denſpieler, eine gute Mahlzeit ging Euch über Alles.“

„Das iſt wahr.“

„So eine braungebratene Martinsgans mit ge⸗ ſchmorten Kartoffeln—“

„Ich bitt' Euch, Lagemann, laßt das—“

„Oder ein polniſcher Karpfen mit Speck und Krautſalat.“

„Lagemann, wozu das jetzt?“

„Das müßt Ihr doch geſtehen, meine Kirmeß⸗ und Faſtnachtſchmäuſe hatten ſich gewaſchen. Als Ein⸗ gang ſtets die brodelnde Wurſtſuppe.“

Hanno ſtieß bei dem Gedanken an die Wurſtſuppe, die ihm über Alles ging, einen ſo herzbrechenden