Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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„Geſtorben muß einmal ſein,“ fuhr der Helden⸗ ſpieler tröſtend fort,„ein paar Jahr mehr oder we⸗ niger, was thut's.“

„Nun, ein paar Jahr, das thut ſchon etwas; ich nehme ſie gern mit; namentlich bei den jetzigen Aus⸗ ſichten wären ſie gar nicht zu verachten.“

„Es kann auch ſein,“ ſprach Hanno,„daß uns die ſchwarzen Teufel das Leben ſchenken; aber unter einer Bedingung, die auszuſprechen eine Sünde iſt?“

„Bedingung, welche Bedingung?“ frug Lagemann.

„Ich wag' es kaum, ſie zu denken, aber das Le⸗ ben würden wir erhalten.“

„Wagt es getroſt, Hanno,“ munterte der zu neuer Lebenshofſnung erſtarkte Attaché auf,„ich verantworte es auf jedem Fall.“

„Nein, Lagemann, es wäre zu entſetzlich.“

„Wenn wir das Leben erhalten können, ſeh' ich ſchlechterdings nichts Entſetzliches; alſo heraus damit, ich will's wiſſen.“

Der Heldenſpieler zögerte, Lagemann drängte. Endlich ergab ſich Letzterer und ſprach:„Es bedürfte nur, daß wir unſern Glauben abſchwören, Muſel⸗ männer würden, zehn Weiber heiratheten und herrlich und in Frenden lebten.“

„Zehn Weiber?“

„Dakunter nicht.“

„Hanno, ich ſchwöre das Chriſtenthum ab.“

„Wie? Ihr, ein rechtgläubig Getaufter, ich will's nicht glauben.“

„Mir ganz einerlei, aber ich ſchwöre. Ich kann ja, wenn ich wieder unter Chriſten komme, die zehn Weiber abſchaffen und thun, als ob nichts vor⸗ gefallen.“