ſein Attaché mit dieſen gefährlichen Reden hinaus⸗ wolle.
„Wenn alle Stränge reißen,“ erklärte der Hotelier, „ſchlagen wir der goldnen Beſtie den Kopf ab oder den Schwanz, verkeilen die Maſſe und ſtillen unſern Hunger. Das Rathscollegium mag ſich mit dem Rumpfe begnügen.“
Sich am anvertrauten Gute zu vergreifen, war dem Actuar eines der außerordentlichſten Verbrechen, und er verhehlte ſeine Averſion gegen dergleichen Ge⸗ ſinnungen dem Wirthe zur Stadt Magdeburg nicht. Dieſer kümmerte ſich aber wenig um die Zeiſig'ſche Averſivn und ſuchte dem redlichen Manne zu bewei⸗ ſen, daß Noth Eiſen breche, wie viel weniger menſch⸗ liche Satzungen. Uebrigens verlöre europäiſche Ge⸗ ſetzgebung in fremden Zonen ihre Kraft.
Die Lagemann'ſche Dialectik wollte indeß bei dem ehrlichen Actuar nicht anſchlagen. Er blieb feſt bei ſeiner Ehrfurcht hinſichtlich anvertrauten Gutes.„Das reſpective Krokodill,“ behauptete er mit vieler Beharr⸗ lichkeit,„müſſe unverletzt an allen ſeinen Theilen einem hochweiſen Rathe von Niederroßla überantwor⸗ tet werden.“
„Aber Sie haben doch,“ warf Lagemann ein, „als Senatsmitglied ſo gut Antheil am Krokodill wie die andern. Wenn Sie ſich alſo ein Stück in Er⸗ mangelung andrer Subſtdien abſchlagen und verfreſ⸗ ſen, geht's ja von dem Ihrigen.“
„Wenn ſchon,“ meinte Zeiſig,„aber ich will mich eher ſelbſt aneſſen, als die Integrität des mir anver⸗ trauten Gutes verletzen.“
Da Lagemann ſah, daß dem gewiſſenhaften Be⸗ amten nicht beizukommen ſei, ſtand er von ſeinen Verſuchungen und Angriffen vor der Hand ab. Er


