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Ofen, in deſſem Bauche eine gemüthliche Flamme praſſelte, welche durch das Gemach eine wohlthuende Wärme verbreitete.
„Martinchen,“ ſprach Nicodemus,„gehe einmal hinaus in die Kammer und bringe Nummer Zehn.“
Zugleich befahl der Kräuterſammler, den Topf mit kochendem Waſſer aus dem Feuer zu holen, welch Geſchäft Andreas verrichtete. Hierauf goß Nicodemus aus der kryſtallnen Flaſche, die mit einer Zehn be⸗ zeichnet war, und die Martin aus der Kammer ge⸗ bracht hatte, eine dunkle Flüſſigkeit, welche ſich brau⸗ ſend mit dem Waſſer vermiſchte und dieſem eine gold⸗ gelbe Farbe verlieh. Ein erquickendes Arom durch⸗ duftete das Gemach. Die wohlriechende und liebliche Eſſenz hatte Nicodemus vor Jahren ſelbſt gefertigt aus dem Berghonig, und blos bei hohen feſtlichen Gelegenheiten wurde das koſtbare Getränk bereitet.
Andreas und Marie legten die Hände in einander und der Alte ſprach den Segen, während der kleine Martin ein auf die feierliche Handlung Bezug ha⸗ bendes Gebet aus einem alten Gebetbuche vorlas.
Nach beendigter Feier klangen die grünen Römer, in welchen das Brautgetränk dampfte, wie Glocken an einander..
„Möge Euer Leben,“ ſprach Nicodemus,„eben ſo rein klingen und dereinſt verklingen, wie der Ton dieſer Gläſer.
„Nicht ohne Grund,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„hab' ich den heutigen Tag zu Eurer Verlo⸗ bung gewählt. Am erſten Tage des Jahres iſt das Gemüth reiner geſtimmt und empfindlicher für erhe⸗ bende Handlungen. Ich habe es immer geliebt, wich⸗ tige Angelegenheiten auf dieſen Tag zu verlegen. Mit dem letzten Tage des alten Jahres pflegt man
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