Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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flächliche Abſprecherei nicht leiden. Er nahm ſich daher des Barons mit Wärme an, ohne ein großer Verehrer ſeiner Poeſie zu ſein.

Da Eginhard ſchon aus Vorurtheil gegen Fouqué wenig von ihm geleſen hatte, wie überhaupt die com⸗ plette und gründliche Lectüre eines Schriftſtellers, wenn er nicht ſein Liebling war, nicht zu ſeinen ſtarken Seiten gehörte, ſo ward es Johannes leicht, ihm ſeine Abſprecherei tüchtig fühlen zu laſſen. Eginhard ließ ſich indeß kein graues Haar wachſen.

Da fällt mir gleich, ſprach Johannes am Schluſſe ſeiner Strafpredigt,ein recht liebes Liedchen von Fouqué ein, das, wie klein und unſcheinbar es ſcheint, dem Dichter gewiß von keiner unliebenswerthen Seite zeigt. Er recitirte:

Das iſt der wohlbekannte Flieder, Hier ſaß ich oft, ein frohes Kind, Und ſtammelte die erſten Lieder Gewiegt von Träumen hell und lind.

Das Glück, auf ungeſtümer Well Entfloh'n mir in des Sturms Gebraus, Such' ich an der geliebten Stelle; Ach, Alles ſieht viel anders aus.

Die kleine Bank iſt weggenommen, Hochauf wuchs das Geſträuch umher, Und mag ich ſelbſt auch wiederkommen, Doch kommt das frohe Kind nicht mehr.

Was da, entgegnete Eginhard,eine Schwalbe macht keinen Sommer. Indeß was wahr iſt, iſt wahr. Das Liedchen iſt nicht übel. Den Napoleon hätte aber der Baron demungeachtet anerkennen ſollen. Guter Hans, willſt Du mir wohl die Verſe wiederholen, damit ich ſie lerne.

Johannes that es.