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„Wir hätten immer noch ein Weilchen bleiben können,“ meinte letzterer;„wer den Augenblick er⸗ greift, iſt der rechte Mann. Es war ein nettes Kind, meine Tänzerin; ſie hat noch zwei Schweſtern und einen Bruder. Ihr Gütchen liegt zwei Stunden von hier. Ihr Bräutigam will mit der Hochzeit nicht länger als ein Jahr warten; ich verdenk's ihm nicht.“
Eginhard ſprach noch Vieles über die Familien⸗ angelegenbeiten ſeiner Tänzerin, und dem Johannes war es ein Räthſel; wie ſein Freund ſogleich mit Gott und aller Welt bekannt und vertraut werden könnte. Er befragte ihn darum.
„Wie ich es anfange,“ lachte dieſer,„nun das giebt ſich von ſelbſt. Mein Motto iſt: Traurig mit den Trauernden, froh mit den Fröhlichen. Da kann es gar nicht fehlen. Man ſchickt ſich in Zeit und Umſtände und ſieht ſeine Leute an. Freilich mit einer Vorleſung über Tod und Unſterblichkeit darf ich auf einem Tanzſaale nicht kommen. Hätteſt auch ein We⸗ nig mit können herumſpringen, nun werde ich im Laufen früher caduk werden als Du.“
Immer goldner brach die Nacht herein. Die Freunde blieben oft ſtehen, ſich am herrlichen Ster⸗ nenhimmel zu orientiren. Eginhard deklamirte:
„Die Sterne, die dort oben wimmeln, Sind Himmel, ſagt man, ſel'ger Luſt— Der ſeligſte von allen Himmeln,
Das iſt der Himmel in der Bruſt.
Es iſt Jammerſchade,“ fuhr ex fort,„daß der herrliche Schmidt von Lübeck ſo wenig bekannt iſt. Ich habe ſeine Lieder daheim: ſie ſind ein wahres Labſal. Wo nur der Gute die Muſe herbekommt; ſo ich nicht irre, iſt er beim Rechnungsfache in Lü⸗ beck angeſtellt; Ziffern und Pveſie!“


