14
Wir können des Frühlings nicht Herr werden, Du mußt helfen. Wir freuen uns Alle ſehr auf Dich. Aber um fidel zu leben, mußt Du Dich für dieſe Ferien zu folgenden Bedingungen verſtehen:
A. Den Juriſten auszuziehen.
B. Keine homöopathiſche Kur anzufangen.
C. Keine Journale zu leſen.
b. Dich nicht zu verlieben.
„Ohne dieſe Bedingungen halte ich ein pvetiſch⸗ humvoriſtiſches Leben für nicht denkbar und ein ſolches wollen wir führen. Bring doch einen guten Freund mit. Wo möglich ſo ein Stück Poet; Du verſtehſt mich ſchon. In unſrer Gegend findet er Futter, und ich hab es für's Leben gern, wenn ſich die Leute der herrlichen Natur freuen. Alle grüßen herzlich und mahnen zur Eile. Oben an ſteht
Dein alter Oheim.“
Als Poſtſeript waren noch folgende Worte von Mädchenhand geſchrieben:
„Wir fürchten uns ganz entſetzlich in dem alten Schloſſe. Helfen Sie uns ja recht bald, lieber Vet⸗ ter, gegen die Geſpenſter kämpfen.
Pauline. Zugleich im Namen der Mutter und Sſ Maria.“
Das Erſte, was Johannes nach Durchleſung des Briefs vornahm, war, daß er ſich wie der böſe Feind über den Torniſter warf und mit einem Griffe zwei corpulente Pandeetenhefte herausriß. Meiſter's Cri⸗ minal⸗ und Biener's Prozeß folgten. Ein ſchönes Kirchenheft mit diverſen Schwänzen ereilte daſſelbe Geſchick. So, rief er erleichtert aufſpringend, iſt der Juriſt ausgezogen. Der Onkel hat ganz Recht, wie konnte mir's einfallen, den Frühling auf dem Lande


