194
„Darum mögen ſie beſchnüffeln, beſchneiden und verſtümmeln, es wird ihnen ſchwer fallen, mich ganz zu vernichten. Ein franzöſiſcher Schriftſteller muß nothwendig das Kaiſerreich berühren, und wenn er den Muth hat, wird er mir Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Sein Geſchäft iſt leicht, denn die Thatſachen reden und ſcheinen ſo hell wie die Sonne.
„Ich habe den Abgrund der Anarchie geſchloſſen und das Chaos entwirtt. Ich habe die Revolution rein gewaſchen, die Völker geadelt, die Könige befe⸗ ſtigt. Ich habe den Wetteifer für alle Tugenden ge⸗ weckt, alle Verdienſte belohnt und die Grenzen des Ruhmes weiter geſteckt! Das Alles iſt doch Etwas werth! Und was könnte man mir zum Vorwurfe machen, daß mein Schriftſteller mich nicht zu rechtfer⸗ tigen vermöchte? Etwa meine Abſichten? Da muß man mich gänzlich freiſprechen. Meinen Despotismus? Er wird zeigen, daß die Dictatur abſolut nothwendig war. Wird man ſagen, ich habe der Freiheit im Wege geſtanden? Er wird beweiſen, daß Unordnung, Anarchie noch vor der Thüre waren. Wird man mich beſchuldigen, daß ich den Krieg zu ſehr geliebt? Er wird nachweiſen, daß ich beſtändig der angegriffene Theil war. Wird man ſagen, ich habe nach einer Univerſalmonarchie geſtrebt? Er wird zeigen, daß ſie das zufällige Werk der Verhältniſſe war, daß unſre Feinde mich Schritt vor Schritt ſo weit brachten. Soll es endlich mein Ehrgeiz ſein? Ja, er wird finden, daß ich ihn, und zwar in ſehr hohem Grade beſeſſen, aber den größten und erhabenſten, den es vielleicht je gab, den Ehrgeiz, das Reich der Ver⸗ nunft, den vollen Beſitz und den unver⸗ kümmerten Genuß aller menſchlichen Fähig⸗ keiten endlich einmal feſt zu gründen und zu


