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Ausgabe von Taſſo's befreitem Jeruſalem, in welchem Gedichte ſie ſchon den ganzen Morgen geleſen hatte.
„Sieh' mal, Mama,“ rief die Fürſtin, einen ſchö⸗ nen Kranz in die Höhe haltend,„iſt der nicht präch⸗ tig gerathen? Den ſchenke ich dem Napoleone.“
„Schenk' ihm lieber Etwas von Deinem Froh⸗ ſinn,“ erwiederte die Mutter,„mein Sohn iſt ſeit einiger Zeit düſter und leidend.“
„Das macht der abſcheuliche Rothrock, der Camp⸗ bell, den er auf der Inſel nicht leiden mag.“
„Und gleichwohl konnteſt Du dieſen Mann geſtern einladen?“ frug Lätitia.
„Er hat ſich ſelbſt einladen laſſen,“ antwortete eifrig Pauline,„mir wär' es nicht in den Sinn ge⸗ kommen; und ihm den Eintritt förmlich zu verwei⸗ gern, ging doch nicht an!“
„Warum nicht?“ frug Lätitia;„auf Elba iſt Na⸗ poleon Herr und Gebieter und wir dürfen Nichts thun, was dieſem unangenehm iſt.“
„Es hätte wieder ein Geſchrei in allen Journa⸗ len Europa's gegeben,“ entſchuldigte ſich die Prinzeß, „wenn ich dem Britten den Zutritt verſagt.“
„Was kümmert eine Schweſter Napoleon's das Geſchrei der Zeitungsſchreiber, ſo ſie thut, wie es ihm am Angenehmſten!“
„Man beſchuldigt mich,“ fuhr Pauline fort,„ich ſtiftete Verſchwörungen auf Elba und wäre deshalb hierhergekommen.“
„Laß ſie ſchwatzen,“ antwortete Lätitia,„Frö⸗ ſchen kann der Menſch das Quaken nicht verbieten.
„Sieh,“ fuhr ſie nach einer Pauſe fort und ließ die majeſtätiſchen Blicke ihrer großen ſchwarzen Augen über das Meer ſchweifen,„wie ſtill und ruhig, kaum, daß die blauen Wellen an den weichen Blumenufern


