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hätten ſich erhoben, an meiner Seite zu fechten! Die Elenden haben kapitulirt! Sie haben ihre Brüder, ihr Land, ihren Kaiſer verrathen, Frankreich in den Augen Eurvopa's geſchändet. Belliard, folgen Sie mir mit Ihrer Cavalerie! Wir marſchiren auf Paris!“
Darauf befahl er, daß ſein Wagen vorfahre.
„Sire,“ antwortet Belliard,„Ew. Majeſtät ſetzen Ihre Hauptſtadt der Plünderung und dem Unter⸗ gange aus. Mehr denn zwanzigtauſend Feinde ſind im Beſitze der Höhen. Was mich betrifft, ſo habe ich die Stadt in Folge einer Convention verlaſſen und darf nicht zurückkehren.“
„Convention?! Ich kenne keine. Auf, noch iſt es Zeit, Paris noch nicht im Beſitz der Koſaken!“
Berthier und Caulaincourt vereinigen ihre Bitten, den Kaiſer von ſeinem Vorſatze, auf Paris zu mar⸗ ſchiren, abzubringen. Er verlangt fortwährend nach ſeinem Wagen. Caulaincourt gibt Befehl, aber der Wagen will nicht kommen. Napoleon geht mit Un⸗ ruhe auf und nieder und thut fortwährend Fragen über die großen verhängnißvollen Ereigniſſe.
„Daß Ihr Euch nicht eine Spanne länger gehal⸗ ten, nicht meine Ankunft erwartet habt!“ fährt er in abgebrochenen Sätzen fort.„Ihr mußtet Paris in Aufſtand bringen, die geſammte Nationalgarde in Be⸗ wegung ſetzen. Ihre Geſinnung iſt gut!“
„Ich wiederhole, Sire,“ erwiederte Belliard,„daß es unmöglich war, länger Widerſtand zu leiſten. Die 1 achtzehntauſend Mann ſtarke Armee that Wunder der ₰ Tapferkeit. Sie hat gegen Hunderttauſend mit bei⸗ ſpielloſem Muthe gefochten, immer in der Hoffnung, daß Eure Majeſtät erſcheinen würden. Es ging auch die Sage davon in der Stadt. Die Truppen erfuh⸗ ren es und verdoppelten ihre Anſtrengungen. Die Nationalgarden hielten ſich außerordentlich gut, des⸗
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