34
abſchiedete ſich erſt, nachdem die Beiden noch Man⸗ cherlei über die militäriſche und politiſche Lage des Vaterlandes verhandelt hatten.
Drittes Rapitel.
E⸗ war hoher Nachmittag. Napoleon ging in ſei⸗ nem Cabinette ſchweigend auf und ab. Sorgenvolle Wolken waren auf ſeiner Stirn gelagert. In einiger Entfernung ſtand Caulaincvurt, der Herzog von Vi⸗ eenza, der Befehle des Kaiſers gewärtig.
„Herzog,“ ſprach nach langer Pauſe Napoleon, „wir müſſen bei den Verbündeten nochmals anklopfen wegen des Friedens. Ich brauche ihn; aber einen ſichern und ehrenvollen Frieden will ich. Frankreich ohne ſeine natürlichen Grenzen, ohne Antwerpen und Oſtende, würde nicht mehr mit den übrigen Staaten Europa's in Verhältniß ſtehen. England und alle Mächte haben dieſe Grenzen anerkannt. Die Eroberun⸗ gen jenſeit des Rheins und der Alpen können das nicht aufwiegen, was Oeſtreich, Rußland, Preußen in Polen, in Finnland erworben haben, was England in Aſien an ſich geriſſen hat. Ich habe die Frankfurter Grund⸗ linien angenommen; aber es ſteht ſehr zu vermu⸗ then, daß die Verbündeten unterdeß andere Gedanken bekommen haben. Ihre Vorſchläge ſind nur Worte geweſen. Werden die Unterhandlungen erſt einmal unter den Einfluß der Kriegsereigniſſe geſtellt, ſo kann man die Folgen eines ſolchen Syſtems nicht vor⸗ ausſehen. Man muß Alles hören, Alles beobachten.


