nimmt das Band der Ehrenlegion von ſeiner Bruſt und heſtet es ihm an. Alſo decorirt, führt Eugen ſeine Schaar glücklich durch Leipzig und marſchirt ruhmbedeckt dahin auf der Straße nach Frankreich.
Die zu frühzeitige Sprengung der Funkenburg⸗ brücke vollendet die Niederlage der Franzoſen. Nicht weniger den zwanzigtauſend Mann mit hundert Ka⸗ nonen ſind gezwungen, ſich zu ergeben. Tödtlich ver⸗ wundet findet der Fürſt Poniatowski ſeinen Tod in den Wellen der Elſter.
Der Abend beginnt hereinzubrechen. Ruffus, nach⸗ dem er von Alfred, Benno und Eduard Abſchied ge⸗ nommen, die auf ihren raſchen Pferden zur Verfol⸗ gung der Franzoſen Leipzig bereits verlaſſen haben, iſt auf's Schlachtfeld geeilt und findet endlich, was er ſuchte.
Es iſt Gotthardt, der, zum Tode verwundet, in der Nähe des Thonberges liegt. Schon ſchattet der Tod über ſein Antlitz, aber noch erkennt er den Freund. Er reicht ihm lächelnd die Hand.
„Das Vaterland iſt gerettet, iſt frei,“ ſpricht er, „wit haben's erkauft mit unſerm beſten Blute.“
Es waren ſeine letzten Worte. Sein Haupt ſank auf die Bruſt. Er war nicht mehr.
„Wohl Dir,“ ſprach Ruffus in düſterm Tone und drückt dem Freunde ſanft die Augen zu. Dann ſchaut er lange, wie träumend, über die Tauſende der Er⸗ ſchlagenen.
Ferner und ferner klingen die Kanonen der reti⸗ rirenden Franzoſen. Alles iſt ſtill. Ueber das große Blut⸗ und Leichenfeld ſinken aber die geiſterweißen Nebel des Herbſtabends immer dichter hernieder.
Druck von Alexander Wiede in Leipzig.


