Erſtes Rapitel.
E⸗ war in den letzten Tagen des Mai, als Ruffus unter der blühenden Kaſtanienallee nach dem Bade, einem in Dresden bekannten öffentlichen Vergnügungs⸗ orte wanderte. Unfern der Badebrücke ſtand ein freund⸗ liches, faſt ganz von den Zweigen alter Kaſtanien⸗ bäume umſchattetes Landhaus. Der junge Mann mußte wiederholte Male die Klingel ziehen, bevor auf⸗ gethan ward.
„Der Herr Muſikdirector zu Hauſe?“
Die Thürſchließerin, ein geſchäftiges Mütterchen, nickte freundlich, führte den Ankömmling durch die Hausflur und zeigte nach dem Garten. Ruffus ſchritt die blühenden Gänge entlang und gelangte zu einer Art Gartenhäuschen, das von duftendem Jelängerje⸗ lieber und violetten Fliederblumen ganz verhüllt war. Die Töne eines Piano's belehrten ihn, daß er am rechten Orte ſei. Er trat, ohne anzuklopfen, ein. Da ſaß Hoffmann an dem tafelförmigen Inſtrument, ganz in ſeine Phantaſien vertieft..
Der Dichter und Componiſt konnte nicht anmu⸗ thiger wohnen. Von den Fenſtern des ziemlich ge⸗ räumigen und freundlich meublirten Gartenſalons ge⸗ noß man die ſchönſte Ausſicht über das Elbthal. Im Oſten die maleriſche Weinbergkette von Loſchwitz mit


