Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1⁴9

zufrieden ſein; erſt dieſen Morgen ſtellte ſie ſich ein. Es ſind ein paar junge Leute, zwar Gemeine, aber ſie ſcheinen gebildet und von guter Familie.“

„Das will ich glauben,“ ſcherzte Durosnel,„hab' ich ſie doch aus der ganzen Garniſon für Euch aus⸗ geſucht.“

„Wirklich?“ frug Ruffus freudig erſtaunt,„Ew. Excellenz können wir nicht dankbar genug ſein.“

„Die beiden herrlichen Jungen ſtehen unter mei⸗ nem ſpeciellen väterlichen Schutze, darum wufßte ich kein paſſenderes Quartier für ſie. Der Eine heißt Eugen und iſt der Neffe des reichen Banquier Normand aus Paris, des andere, Jerome Lagrange, gleichfalls ein Pariſer, ein weitläufiger Vetter von mir.“

Ruffus war jetzt das Räthſel, daß ſeine Familie mit keinem Offizier höhern Ranges bedacht worden, gelöſt. Er trug nochmals die Sache ſeiner beiden Petenten vor. Der Gouverneur warf lachend ein paar Worte auf einen Papierſtreifen, den er der ein⸗ tretenden Ordonnanz übergab.

„In einem Stündchen wird das Recept gewirkt haben und bei Herrn Heumann und Löbel eine wohl⸗ thätige Ausleerung erfolgt ſein.“

Da der Vorſaal noch immer von Supplikanten wimmelte, ſo wollte Ruffus nicht länger ſeinen Gönner der koſtbaren Zeit berauben, und er empfahl ſich mit beſtem Danke für die huldvolle Gewährung ſeiner Bitten.

„Gern geſchehen,“ ſprach Durosnel, ihm die Hand reichend.„Hütet Euch nur künftig,“ warüte er freund⸗ lich,„vor unzeitigem Patriotismus. Unreife Früchte gedeihen nie. Sobald ich übrigens hier ein wenig Luft bekomme, werde ich die alten Wirthsleute heim⸗