Teil eines Werkes 
11. Band, 1813 : historischer Roman : 2. Theil (1854) Achtzehnhundertdreizehn
Entstehung
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„Jedem ſein Recht,“ lehnte Ruffus beſcheiden ab, „die Leutchen hier haben länger gewartet.“

Als der Schneider gewahrte, wie vertraulich Ruf⸗ fus mit dem ſtattlichen franzöſiſchen Offizier ſprach, welcher viele Orden und einen langen ſpitzen Degen trug, wollte er faſt erſterben in Demuth und Devotion.

Ruffus dauerte die Jammergeſtalt.

„Gehen Sie getroſt nach Haus, Herr Löbel,“ ſprach er gutmüthig,„ich werde mit dem Herrn Gou⸗ verneur ſprechen, daß Sie die Tambours los werden.“

„O Hochgebenedeieter,“ rief begeiſtert der Schnei⸗ der und geberdete ſich ſo komiſch, daß ſelbſt die zu⸗ rückſtehenden Supplikanten, obſchon ihnen nur zu ernſt zu Muthe war, ſich des Lachens nicht ent⸗ halten konnten.

Als Ruffus nach einiger Zeit beim Gouverneur eintrat, kam ihm dieſer auf das Freundſchaftlichſte entgegen. Man kam alsbald auf die Einquartirung zu ſprechen, wo Ruffus Gelegenheit nahm, die Sache ſeiner beiden Clienten, Heumann's und Löbel's, mit dem ihm eigenen Humor vorzutragen. Der Gouver⸗ neur mußte mehrmals laut auflachen.

„Uns iſt Nichts unbekannt,“ ſprach er,„in Bezug auf Heumann's Decoration, auch daß Fräulein Anna dem Kaiſer Alexander und Könige von Preußen Blu⸗ men geſtreut, weiß ich recht wohl— doch mag ich es nicht wiſſen.“

„Ich habe genng dagegen geeifert,“ verſicherte Ruffus,„aber tauben Leuten iſt ſchwer predigen.“

„Apropos,“ fiel hier der Gouverneur ein,„wie ſeid Ihr mit Eurer Einquartirung zufrieden?“ und eine beſondere Freundlichkeit überzog bei dieſen Wor⸗ ten ſein Geſicht.

„Ich hoffe,“ erwiederte Ruffus,„daß ſie werden