13
das Loch zuſtopfen. Das müßte ein Gaudium wer— den; drinnen Franzoſen, hier die Ruſſen, und inmit⸗ ten die freiheitliebenden Familienväter. Die ſollten ihr voreiliges Traktement ſchön bereuen.“
„Iſt doch ſelbſt die berühmte alte Garde vor den Koſaken davongelaufen,“ entſchuldigte Reinhold,„wer wollte es dieſen friedlichen, waffenloſen Einwohnern zum Vorwurf machen.“
„Hör einmal, Schatz,“ erwiederte Ruffus ordent⸗ lich gereizt,„ſchone meine Lunge, ich bitte Dich; rä⸗ ſonnire auf die Franzoſen, ſo viel Du willſt, ſchlag' ſie todt meinetwegen, aber greif' ihre militairiſche Bra⸗ vour nicht an; Du weißt, ich kann dieſe neudeutſchen Rodomontaden nicht leiden.“
Reinhold berechnete jetzt, in welcher Zeit die Ver⸗ bündeten am Rheine ſtehen könnten.„Wir haben jetzt März,“ ſprach er,„die Ruſſen beſitzen vortreff⸗ liche Kavallerie, der Vicekönig kann ſich nicht halten; in vierzehn Tagen ſchwärmen die Koſaken vor den Thoren Frankreichs, und dann erhebt ſich ganz Deutſch⸗ land.“
„Ich muß mich ſehr wundern,“ fiel Ruffus mit gutmüthiger Satyre in die Rede,„daß Du Dich nicht patriotiſcher ausdrückſt und ſagſt:„dann erhebt ſich das ganze deutſche Vaterland.“ Aber mit Deinen ruſſiſchen Kavallerieplänen iſt's Nichts. Napoleon ſagt:„in den Ebenen von Leipzig will ich den Feld⸗ zug von 1813 eröffnen,“ und der muß es beſſer wiſ⸗ ſen als Du.“
„Dieſe Worte nehme ich für nichts, als eine prah⸗ leriſche Bulletinphraſe,“ ſprach Gotthard:„auch ich bin der Meinung, daß ſich der Vicekönig an der Elbe nicht halten kann.“
„Eugen ſich nicht halten?“ frug Günther,„nun


