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Zweites Rapitel.
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In einem ziemlich entlegenen Quartier von Paris ſaß bereits am frühen Morgen des andern Tages der Ritter Leon an ſeinem Schreibbureau. Die herabge⸗ brannten Lichter zeigten, daß er am vorigen Abend bis tief in die Nacht gearbeitet hatte; auch ſprach ein Haufe von Briefen, die faſt alle Viertelſtunden um einen neuen vermehrt wurden, von ſeiner außerordent⸗ lichen Thätigkeit.
Bereits wurde es lebhaft auf den Straßen. Der Ritter ſchrieb unermüdlich weiter. Da that ſich leiſe die Thüre auf und eine liſtige Italienerphyſiognomie trat in's Zimmer. Leon wandte ſich, ſtand auf, und ging dem Eintretenden haſtig entgegen.„Nun, Franzesco,“ frug er geſpannt,„wie iſt der Zuſtand der Stadt?“
„Wie ſich erwarten ließ,“ war die Antwort;„das junge Volk will je eher je lieber über den Rhein; dem Kleinbürger iſt um ſeine Pfefferdüten bange, er ſieht im Geiſte ſchon tatariſche Einquartierung, die Beamtenwelt wagt nicht, ſich zu expectoriren, der neu⸗ gebackne Adel ſitzt auf dem hohen Pferde, indeß ſind die Conſtellativnen günſtiger denn je, wenn nur—“
„Nun, nun!“ drängte der Ritter.
„Wenn wir nur,“ fuhr Erſterer fort,„nicht in Kurzem den Corſen ſelber auf dem Halſe haben.“
Leon lachte.„Fragt in einem Jahre nach,“ ſprach er,„Bonaparte iſt nicht der Mann, der vom Heim⸗ weh geplagt wird. Ohne ſeine Gegenwart wäre die Armee verloren.“
„Vorausgeſetzt, daß an ihr noch viel zu verlieren iſt,“ bemerkte Franzesco;„was kommt es dieſem Lieutnant auf eine Armee mehr oder weniger an wenn er nur in den Tuilerien ſitzt.“


