Erſtes Rapitel.
E⸗ war ein grauer, eintöniger Decemberhimmel des Jahres 1842; unheimlich ſtrich der Wind über die weiten Plätze und durch die endloſen Straßen von Paris, den Schnee in wildem Geſtöber vor ſich her⸗ treibend. Der Abend nahte; in den Kaufläden, Gewölben und Reſtaurationen ward es lichthell; aber von dem ſonſt üblichen regen und geräuſchvol⸗ len Leben und Treiben auf Straßen und Boulevards war wegen des ungewohnten hohen Kältegrades wenig zu vernehmen.
Indeß war es auch im Hauſe des Kaufherrn Nor⸗ mand auf der Rivoliſtraße, im zweiten Stockwerk, licht geworden. Die achtzehnjährige Henriette, eine feingebaute Pariſerin, mit einnehmendem, lieblich klu⸗ gem Geſicht und reizendem Lockenkopfe hatte heute früher als gewöhnlich die Aſtrallampe auf dem gro⸗ ßen Tiſche angezündet. Ein neuangekommenes Packet Modenkupfer nahm ihre Aufmerkſamkeit vollkommen in Anſpruch.
An demſelben Tiſche, ihr gegenüber, ſtand der junge Eugen, ihr Cvuſin, vor ſich eine mächtige Karte vom europäiſchen Rußland, auf welcher er, voll Feuer und Flammen, die Operationen der großen Armee verfolgte und ſich nicht wenig ereiferte, daß die ſchöne


