Teil eines Werkes 
9. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : [1] (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Mohr in ſeinem begeiſterten Vortrage eintreten ließ, zu der Frage:was es wohl für eine geehrte Kunſt ſei, für die ſich der Herr Mohr von Venedig ſo in⸗ tereſſire, da es doch ſeines Wiſſens mehr als eine Kunſt gebe?

Safian gab durch eine Pantomime zu verſtehen, daß er dieſe billige Wißbegier ſeines Herrn theile.

Der Schwarze nahm jetzt eine wahrhaft imponi⸗ rende Stellung ein.Die Kunſt, ſprach er mit er⸗ hobener Stimme,der ich mein Leben ſeit dem erſten Athemzuge gewidmet habe, nennt ſich dieelectro⸗ magnetiſche⸗centripetale-ſubjectivobjective⸗transcenden⸗ tale⸗hydrogasvxygene⸗ nach dem Mittelpunkt ſtrebende⸗ hyperboräiſchpyramidale⸗Expropriations⸗Kaleidopſie.

Das muß eine außerordentliche Kunſt ſein, ſprach der Bürgermeiſter.

Eine ſtupende Kunſt, geſtand Safian.

Das iſt ſie, fuhr der Mohr nicht ohne Selbſt⸗ gefühl fort,habe Kaiſer und Könige damit entzückt. Das will ich glauben, verſetzte Sebaſtian.

Wenn der Herr Bürgermeiſter erlauben, ſprach der Mohr,bin ich nicht abgeneigt, einige Stücke dieſer göttlichen Kunſt auf der Stelle zu produciren.

Sebaſtian war nicht gerade neugierig, aber kein Menſch wird ihm verargen, wenn er nach einigen Pro⸗ ductionen dernach dem Mittelpunkte ſtrebenden hy⸗ verboräiſch⸗pyramidalen Expropriations-Kaleidopſie Verlangen trug, zumal die Sache nichts koſtete.

Safian, von gleichem Wiſſenstrieb beſeelt, mun⸗ terte den Mohren ordentlich auf:Das iſt ſchön! Laſſen Sie was los, ſprach er.

Wohlan! begann der Schwarze, indem er ein blankes Meſſer zückte, deſſen Anweſenheit weder der Bürgermeiſter als hellſehender Chef der Zuckelhauſener