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Grobſchmidt und Comp. Der Sattler Hackenaſt hatte ſich's auch gar zu bequem gemacht, und Blätter aus der deutſchen Solokarte, mit welcher den ganzen Win⸗ ter geſpielt worden war, weiß angeſtrichen und ſei⸗ nen unmelodiſchen Namen darauf verewigt. Unglück⸗ licherweiſe war die weiße Farbe oberhalb etwas ver⸗ wiſcht, ſo daß der Kopf des eichelnen Dauſes dem geſtrengen Herrn Bürgermeiſter zutraulich zunickte. Mißmuthig bergwerkte Sebaſtian unter dem Hau⸗ fen Grobzeuge nach etwas Ariſtokratie, ſie verſchwand aber gänzlich unter Beutlern, Kammmachern, Lein⸗ webern und ähnlichen volksſouveränen Gewerken.
Was konnte auch von der Kuckucksgaſſe Gutes kom⸗
men? Der ariſtokratiſche Markt, ſo wie Ritter⸗ und Paulsſtraße hatten bereits bei früher Tageszeit ihr kartenbeſchwertes dienendes Perſonal als Stafetten umhergeſandt.
Plötzlich that der Bürgermeiſter einen ungeahnten Fund. Zwiſchen dem pöbelhaften Geſchmier des Jo⸗ hann George Punzel, Korbflechters, und dem wiſch⸗ artigen Stück Papier des Chriſtian Hirſemeyer, Kirſch⸗ pachters, das eher ſich zu jedem andern Zwecke, als zu einer Viſitenkarte am Neujahrsmorgen, eignete, lag ein höchſt ſauber gepreßtes und mit Goldſchrift bedrucktes Kärtchen, das durch ſeine geſchmackvolle Eleganz ſelbſt die goldgeränderten Karten der Zuckel⸗ hauſener Ariſtokratie in den Schatten ſtellte. Kaum getraute ſich Sebaſtian, das liebenswürdige Blättchen in die Hand zu nehmen. Doch wer beſchreibt die zu Stein erſtarrenden Geſichtszüge dieſes Mannes, als ſeine Augen in ſauberem Golddruck die Worte laſen:
„Der Mohr von Venedig.“


