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welche noch im Löwenſtern'ſchen Hauſe lebte, Niemand eine Ahnung davon hatte. Dieſer Liebe zu Gefallen hatte Clara bereits mehre ſtandesgemäße und nicht unvortheilhafte Heirathsanträge von der Hand gewie⸗ ſen. Wie viele junge adelige Herren das Mädchen in den paar Jahren daher Gelegenheit gehabt kennen zu lernen, ſo war Keiner im Stande geweſen, das Bild des bürgerlichen Geliebten im Geringſten zu verdunkeln und ihr Herz abwendig zu machen. Ob⸗ ſchon Willer in neuerer Zeit recht gut im Stande geweſen, einer Gattin ein höchſt anſtändiges Aus⸗ kommen zu bieten, ſo war der Abſtand zwiſchen einem Fräulein von Löwenſtern und einem bürgerlichen Ad⸗ vocaten, nach den Anſichten, wie ſie auf Ehrenberg herrſchten, zu abgrundtief, als daß Willer und Clara nicht hätten den entfernteſten Gedanken an eine der⸗ einſtige Verbindung aufgeben ſollen. Eine Schwer⸗ muth, deren Grund man ſich vergebens zu enträth⸗ ſeln bemüht war, hielt daher bereits ſeit längerer Zeit die ſchöne Stirn des ſonſt ſo heitern Mädchens umzogen. Der Entſchluß, keinem Manne ihre Hand zu bieten, da ſie dieſelbe demjenigen nicht reichen durfte, welchem ihr ganzes Herz gehörte, ſtand in ihr un⸗ widerruflich feſt; ja ſie gefiel ſich ſogar zuweilen in dem ſchwärmeriſchen Gedanken, ihre künftige Lebenszeit in der Abgeſchiedenheit eines Kloſters zu verbringen.
So ſtanden die Sachen, als der bereits oben er⸗ wähnte Prozeß, welchen die Familie von Löwenſtern mit einem deutſchen Fürſtenhauſe führte, ſich ſeinem Ende nahte; deſſen Ausgang jedoch keineswegs zu Gunſten der genannten Familie auszufallen ſchien. Mit dem Verkuſte dieſes eben ſo langwierigen als koſtſpieligen Rechtsſtreites war aber der Concurs des Barons entſchieden, denn alsdann vermochte ſelbſt der


